Eszett oder Doppel-S?

Wie schreibt man das noch gleich?

Häufig stoße ich bei meiner Arbeit als Lektor oder Korrekturleser auf ein ß, wo eigentlich ss stehen müsste. Auch der umgekehrte Fall kommt immer mal vor. Die meisten haben sich gemerkt, dass man "daß" inzwischen "dass" schreibt. Warum das so ist, können sie oft nicht erklären. Dabei sind die Regeln für die Nutzung von ß und ss leicht zu merken, wenn man sich einmal damit auseinandergesetzt hat. Hier sind sie:

Kurzer Vokal = ss

Kuss, Riss, Fass, nass, kross, beflissen, hassen, wissen, lassen – nach kurzen Vokalen folgt grundsätzlich ss, auch am Wortende.

Langer Vokal = ß

Fußball, Spaß, Schoß, groß, süß, gemäßigt, grüßen, mutmaßen, stoßen – nach langen Vokalen folgt grundsätzlich ein ß, auch am Wortende.

Diphthong = ß

Preußen, Schweiß, Fleiß, draußen, scheußlich, weiß, fließen, heißen, äußern – nach sogenannten Diphthongen (auch Doppellaute bzw. Doppelvokale) folgt grundsätzlich ein ß, auch am Wortende.

Übrigens: Wird ein Wort in Großbuchstaben geschrieben, wird ein ß durch ss ersetzt. In der Schweiz kann ein ß sogar grundsätzlich durch ss ersetzt werden.

Worttrennung bei Doppel-S und Eszett

Steht ss zwischen zwei Vokalen, erfolgt die Trennung zwischen den beiden s: müs-sen, wis-sen, be-flis-sen usw. Dies gilt auch, wenn ein ß durch ss ersetzt wurde: HEIS-SEN, ÄUS-SERN, GRÜS-SE usw.

Ansonsten gilt die übliche Trennung für mehrsilbige einfache Wörter: Kuss-mund, Fass-bier usw.

Bei mehrsilbigen Wörtern, in denen eine Silbe mit einem ß beginnt, ist eine Trennung vor dem ß möglich (hei-ßen, äu-ßern, Ge-burts-tags-grü-ße usw.). Steht das ß am Ende einer Silbe und nicht am Wortende, kann man danach trennen (Fuß-ball, Spaß-ge-sell-schaft usw.). In beiden Fällen wird das ß nicht in ss umgewandelt.

Noch Fragen?

Dann schreiben Sie mir doch einfach. >> Zum Kontaktformular